Institit für Entwicklungs- und Lerntherapie Hamburg
F81
Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
Es handelt sich um Störungen, bei denen die normalen Muster des
Fertigkeitserwerbs von frühen Entwicklungsstadien an gestört sind. Dies
ist nicht einfach Folge eines Mangels an Gelegenheit zu lernen; sie ist
auch nicht allein als Folge einer Intelligenzminderung oder irgendeiner
erworbenen Hirnschädigung oder -krankheit aufzufassen.
Leitlinie 17
KJPP
F81.0 Lese- und
Rechtschreibstörung
- Das Hauptmerkmal ist eine
umschriebene und bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung
der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch das
Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung
erklärbar ist. Das Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene
Worte wiederzuerkennen, vorzulesen und Leistungen, für welche
Lesefähigkeit nötig ist, können sämtlich betroffen sein. Bei
umschriebenen Lesestörungen sind Rechtschreibstörungen häufig
und persistieren oft bis in die Adoleszenz, auch wenn einige
Fortschritte im Lesen gemacht werden. Umschriebene Entwicklungsstörungen
des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der
Sprache voraus. Während der Schulzeit sind begleitende Störungen
im emotionalen und Verhaltensbereich häufig.
Entwicklungsdyslexie
Umschriebene Lesestörung
"Leserückstand"
Exkl.: Alexie o.n.A. (
R48.0)
- Dyslexie o.n.A. (R48.0)
Leseverzögerung infolge emotionaler Störung (F93.-)
F81.1 Isolierte
Rechtschreibstörung
- Es handelt sich um eine Störung,
deren Hauptmerkmal in einer umschriebenen und bedeutsamen Beeinträchtigung
der Entwicklung von Rechtschreibfertigkeiten besteht, ohne
Vorgeschichte einer Lesestörung. Sie ist nicht allein durch ein
zu niedriges Intelligenzalter, durch Visusprobleme oder
unangemessene Beschulung erklärbar. Die Fähigkeiten, mündlich
zu buchstabieren und Wörter korrekt zu schreiben, sind beide
betroffen.
Umschriebene Verzögerung der
Rechtschreibfähigkeit (ohne Lesestörung)
Exkl.: Agraphie o.n.A. (
R48.8)
- Rechtschreibschwierigkeiten:
- durch inadäquaten Unterricht (Z55.8)
- mit Lesestörung (F81.0)
F81.2 Rechenstörung
- Diese Störung besteht in einer
umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht
allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine
unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor
allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie
Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren
mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie,
Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt
werden.
Entwicklungsbedingtes
Gerstmann-Syndrom
Entwicklungsstörung des Rechnens
Entwicklungs-Akalkulie
Exkl.: Akalkulie o.n.A. (
R48.8)
- Kombinierte Störung schulischer
Fertigkeiten (F81.3)
Rechenschwierigkeiten, hauptsächlich durch inadäquaten
Unterricht (Z55.8)
F81.3
Kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten
- Dies ist eine schlecht definierte
Restkategorie für Störungen mit deutlicher Beeinträchtigung der
Rechen-, der Lese- und der Rechtschreibfähigkeiten. Die Störung
ist jedoch nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung
oder eine unangemessene Beschulung erklärbar. Sie soll für Störungen
verwendet werden, die die Kriterien für F81.2 und F81.0 oder
F81.1 erfüllen.
Exkl.: Isolierte
Rechtschreibstörung (
F81.1)
- Lese- und Rechtschreibstörung (F81.0)
Rechenstörung (F81.2)
F81.8 Sonstige
Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
- Entwicklungsbedingte expressive
Schreibstörung
F81.9
Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, nicht näher bezeichnet
- Lernbehinderung o.n.A.
Lernstörung o.n.A.
Störung des Wissenserwerbs o.n.A.